Dreischübige Kommode

Objektdaten


Archiv Nr.:
KOMÜ1750
Objekt:
Dreischübige Kommode
Entstehungszeit:
ca. 1740-50
2.Drittel des achtzehnten Jahrhunderts
Zuordnung (regional):
München
Materialien:
Konstruktionsholz
Nadelholz
Furnier
Ahorn, Eibe, Mooreiche, Nussbaum, Nussmaser, Zwetschge
Maße:
920 mm (H) x 1157 mm (B) x 626 mm (T) 

Restaurierungsmaßnahmen

 

Anmerkungen

Zuordnung
Es handelt sich um eine süddeutsche, vermutlich Münchener Kommode. In einem Standardwerk für die Kunstgeschichte des deutschen Möbels sind zwei ähnliche Objekte abgebildet. Im Text heißt es:
„…Über die gebräuchlicheren Furniermöbel, die damals in München entstanden sind, sind wir durch eine sehr große Anzahl von furnierten Kommoden in und aus altem Hofbesitz unterrichtet. Möbel, die dort nicht in den ausgesprochenen Prunkräumen, sondern zur Verfügung des großen Hofstabes gebraucht worden sind. Fast alle diese Kommoden sind dreischübig, in Nussbaum furniert, haben Bandeinlagen gewöhnlich aus dunklerem, meist Zwetschgenholz, die an den Schubladen meist drei Felder verbinden. Dieser Typus hält sich bis in die sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts bei den einfacheren Stücken mit geraden Seiten; nur daran, ob die Fassade segmentförmig, mehrfach geschweift oder wieder gerade ist, kann man erkennen, ob es sich um Kommoden aus der Frühzeit des Jahrhunderts oder aus dem Rokoko handelt.“
Vielleicht handelt es sich auch bei dem restaurierten Möbel um früheren Hofbesitz. Darauf weist besonders die Tatsache hin, dass die Kommode offensichtlich aus einem Paar stammt. Grund zu dieser Annahme ist die Nummerierung der Schubladen an den Unterböden von 3-6, die nicht zufällig erfolgte, sondern bei der Herstellung von 6 Schubladen für zwei gleichartige Möbel üblich war. Die Beauftragung zur Fertigung von Möbelpaaren weist aber auf deutlich große Haushaltungen hin, die sozial eher über einfachen Bürgerhäusern standen.
(Lit.: Heinrich Kreisel, Georg Himmelheber – Die Kunst des Deutschen Möbels, Bd.II, S. 146-147 Abb.381)