Es handelt sich um ein
manieristisches Kabinettschränken mit einer integrierten
Orgel, das eine echte Verbindung von Sammlungsschrank und Musikinstrument ist. Die Innenfront, auch die Innenseiten der Türen, zeigen eine charakteristische künstlerische Gestaltung mit Stilelementen der
Renaissance. Räumlich greifbare „Architektur", geschuppte Konsolen,
Ädikulen gliedern die Front, die im übrigen aus zahlreichen kleinen Schubladen und div. Geheimfächern besteht, die um ein mittleres Türchen angeordnet sind. Die Bälge der bespielbar restaurierten
Orgel sind im oberen Gefach untergebracht, die Tastatur lässt sich wie eine Lade herausziehen. Die schmuckhaften Details, vor allem die Form des an den Innenseiten der Türen auftretenden
Beschlagwerk Ornaments spricht für eine Entstehung um 1580/90. In den Bogenfeldern der Türen findet sich die Darstellung je eines Jägers, im mittleren Doppeltürchen und auf den Vorderstücken der kleinen Innenschubladen Jagdszenen, Tiere und Gebäude. Diese Motive, aber auch noch andere Einzelheiten wie etwa das geschnitzte Schuppenmuster an den Konsolen, die plastischen Bossen und das ausgesägte
Beschlagwerk an den
Ädikulen, die schachbrettartigen Bänder, die Türen und Felder rahmen, sind bezeichnend für eine Gruppe von Arbeiten, die in Tirol entstanden sind. Schon in der Spät
gotik war Tirol das Bindeglied für die Wanderung der
Intarsienkunst von Italien nach Deutschland. Zahlreiche Meister zwischen Innsbruck und Bozen widmeten sich dieser Kunst. Die Anfertigung kleiner, bescheidener
Kabinettkästchen wurde alsbald zu einer Spezialität dieser Tiroler Werkstätten