Konsoltisch

Objektdaten


Archiv Nr.:
08E
Objekt:
Konsoltisch
Entstehungszeit:
um 1815 - 1820
Zuordnung (regional):
Mannheim
Zuordnung (Hersteller):
zugewiesen Peter Schmuckert
Standort:
Schloss Schwetzingen
Materialien:
Konstruktionsholz
Kiefer
Schnitzdekor
Lindenholz, geschnitzt und vergoldet
Furnier
Mahagoni schwarz lackiert
Beschläge
Bronze vergoldet
Spiegelglas
Maße:
820 mm (H) x 950 mm (B) x 370 mm (T) 

Restaurierungsmaßnahmen

 

Anmerkungen

Im 19. Jahrhundert lässt der (Schwetzinger) Hof seine Möbelausstattung vermehrt auch von selbständigen Werkstätten herstellen. Einigen Mannheimer Kunsthandwerkern gelang es, in nachnapoleonischer Zeit lukrative Geschäftsbetriebe aufzubauen, welche die badischen Schlösser mit Möbeln belieferten. Peter Schmuckert gehörte zum Beispiel zu jenen Unternehmern, die eine erfolgreiche Verkaufsstrategie entwickelten und zu Reichtum gelangten. Er arbeitete sich vom unbekannten Vergolder zum Fabrikanten empor und unterhielt eine eigene Möbelmanufaktur. Um 1815/20 entstanden in Schmuckerts Werkstatt Möbel im Spätempirestil. Ein halbrunder, schwarz lackierter Konsoltisch hat sich im Generalinventar der Staatlichen Schlösser Badens erhalten. Er ist aus einer hohen Sockelplatte auf geschnitzten Löwentatzen, Säulen mit Spitzbögen und einer glatten Zarge gebildet. Tatzen, Säulenbasen und -kapitelle wie auch die Appliken auf den Zwickeln und der Zarge sind vergoldet. Die Rückwand belegte Schmuckert mit Spiegelglas. Das Möbel wirkt durch seine gedrungenen Teile schwer und massiv. Vor allem die geschnitzten und aus Gipsmasse geformten Elemente, die der Feinheit von Metallbeschlägen nicht gleichkommen können, steigern jenes Erscheinungsbild. Neuere Restaurierungen ergaben, daß das Möbel ursprünglich keine schwarze Lackierung besaß, sondern mahagoniholzsichtig war. Um 1820 werden schwarz gefärbte Möbel an den deutschen Fürstenhöfen (z.B. Ludwigsburg) beliebt, und auch der badische Großherzog schloss sich dieser Mode an. Auf der Rückseite des Tisches befindet sich das Firmenetikett Schmuckerts.
Rosemarie-Stratmann-Döhler, Wolfgang Wiese - Möbel für den Fürstenhof, Sigmaringen 1994, S.144