Das Objekt zeigt die für den Obstädt-Mangfallgauer Schrank unverwechselbare Typologie:
abgeschrägte Ecklisenen, mit geschnitzten Akanthusvoluten, geschnitzte Schlagleiste und ein
hochgeschweifter Giebel mit in der Mitte gegenläufig eingerollten Voluten und einem
vergoldeten oder versilberten, durchbrochen geschnitzten Aufsatz mit farbig bemalten Blumen,
Trauben und Ranken. Die vier Felder der Türfüllungen folgen organisch der Schweifung des
Giebels und sind hier mit figürlichen Darstellungen der Vier Jahreszeiten bemalt. Die
Grundfarbe dieser Schränke ist bis zur Mitte des Jh. grün, rot oder bunt marmoriert
Der Schrank ist ein Beispiel für die zeitliche Stilverschleppung in ländlichen Gebieten. Man
spricht auch vom sog. „Bauernbarock“, bei dem in der ersten Hälfte des 19.Jh. ornamentale
Elemente aus verschiedenen Abschnitten des 18.Jahrhunerts im Dekor der Möbel frei
kombiniert wurden.