Boulletechnik

Möbelfurnier in Form von Schildpatt-und Metalleinlegearbeit, benannt nach dem französischen Ébénisten Andre-Charles Boulle (1642-1732), der diese Technik berühmt machte, aber nicht ihr Erfinder war. Die "klassische" Boullearbeit aus braunem oder mit rotem Papier hinterlegten Schildpatt und vergoldetem Messing kann mit Zinn, Perlmutt oder Elfenbein angereichert werden. Durch das Herstellungsverfahren, bei dem jeweils eine Platte von Messing und eine Platte von Schildpatt aufeinandergeleimt werden, auf die das Muster aufgezeichnet und in beide Materialien geschnitten wird, ergeben sich zwei Varianten, die als "Première partie" und "contrepartie" bezeichnet werden und für zwei Möbelstücke Verwendung fanden. Bei ersterem, dem eigentlich intendierten und wertvolleren Stück, erscheint der ornamentale oder figürliche Dekor in Metall auf Schildpattgrund, bei letzterem heben sich die Motive in Schildpatt aus dem Metallgrund heraus.