Buntpapiere

wurden nach der Papierherstellung in einem separaten Arbeitsgang auf der Oberfläche ein- oder beidseitig gefärbt, getränkt, bedruckt oder geprägt. Buntpapiere werden u.a. als Schmuckelement in der Buchbinderei verwendet, so zum Beziehen von Buchdecken, als Vorsatzpapier und zum Beziehen und Auskleiden von Mappen und Kästen. Sortenreichtum, technische Vielfalt und Pracht der Buntpapiere erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt. „Buntpapiere wurden häufig für Bucheinbände, Spielkartenrückseiten, Ausstattungen kleiner Kistchen, Kästen und Koffer genutzt. Die Dekoration von Schränken und Kommoden mit Papier beginnt um 1600 und wird mit dem Ende des 17. Jahrhunderts weithin üblich. Rasche Verbreitung fand die Anwendung von Buntpapieren an Möbeln im 18. Jahrhundert, als durch die Vielfalt von neuen Manufakturprozessen Papiere preiswert und schnell produziert werden konnten. Der Höhepunkt fällt mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert zusammen. Das Ausstatten von Interieurs war sehr beliebt, besonders von Schubkästen und Kästchen. Aber auch die Außenseiten kleinerer Objekte wie Kisten und Truhen wurden mit Papier beklebt. Es gibt eine breite Vielfalt von verwendeten Buntpapieren, beginnend von relativ preiswerten Papieren wie Marmorpapier bis zu den kostbaren Brokatpapieren. An wertvolleren Sorten kann man oft Signaturen als eine Art Copyright und Werbung am Rand der Papiere finden, die entweder den Namen oder den Ort der Herstellung angeben.“ (Lit.: Meincke, Christopher - Dekorative und funktionale Verwendung von Papier auf Möbeln und Holzobjekten, 2004)