Furnier

Verkleidung des aus billigerem Blindholz gefertigten Möbelkorpus mit ca. 3 mm dick gesägtem Edelholz, wobei dekorative Effekte sowohl durch die Maserung des Furnierholzes als auch durch den Versatz der einzelnen Furnierblätter erzielt werden. Gleichmäßige Maserung in Form feiner paralleler Streifen entsteht durch Schnitt des Stammes durch die Mitte der Längsachse (Radialschnitt), Jahresringe in konzentrischen Kreisen ergeben sich durch horizontales Durchschneiden des Stammes (Hirnschnitt, Hirnholzmarketerie), reiche Maserung in Form spitzwinkliger konzentrischer Bögen wird durch Tangential- oder Fladerschnitt erreicht. Die in dieser Weise geschnittenen Furnierblätter können stehend (längs) oder liegend (quer), parallel oder diagonal zu einer Achse versetzt werden. Werden vier Dreiecke mit gegenständigem Faserverlauf zu einem Rechteck gesetzt, so spricht man von Kreuzfuge, wobei sich durch die Maserung die plastische Wirkung eines Diamantschliffmusters ergeben kann. Die seit der Spätgotik in Süddeutschland angewandte Furniertechnik gewann seit dem 17. Jahrhundert durch reiche Holzimporte aus Übersee in der Kunsttischlerei erhöhte Bedeutung.