Auch "goût étrusque", "Groteskenstil". Der Stilbegriff, der die unscharfe, nach den Regierungsdaten des französischen Königs benannte Stilbezeichnung des Louis XVI (1774-92) präzisiert, bezeichnet die zweite Phase des Klassizismus von etwa 1775 bis gegen 1797, die von Beispielen der Groteskendekorationen der Römischen Kaiserzeit und der Hochrenaissance abgeleitet ist. Im Gegensatz zum "goût grec" repräsentiert der Groteskenstil in Innendekoration und Möbelkunst durch die Verwendung naturalistisch gestalteter Ornamentmotive wie die spiralförmig gerollte Akanthusranke sowie figürlich-groteske Motive wie Füllhörner, Blütengirlanden, Fruchtgehänge, Satyrn, Greifen, Hermen u.ä. eine lebensfrohe, dynamische Auffassung, die auch stark farbig geprägt sein kann.
© 2012 Christoph Graf von Pfeil — Die Möbel der Residenz Ansbach, 1999
