Der Begriff bezeichnet eine Tapisserie, die auf einem stehenden Webstuhl hergestellt wurde, im Gegensatz zum Verfahren des „basse lisse“ an einem liegenden Webstuhl. Die unterschiedliche Herstellungsweise ist jedoch an der Schauseite der Tapisserie nicht erkennbar. In der Pariser Gobelinmanufaktur (Manufacture des Gobelins) wurde das Haute-lisse-Verfahren bevorzugt, während in Beauvais seit dem 18. Jahrhundert ausschließlich in „basse lisse“ gearbeitet wurde. In zeitgenössischem deutschen Sprachgebrauch wurde „haute lisse“ häufig auch zur allgemeinen Bezeichnung gewirkter Wandteppiche oder Möbelbezüge verwendet.
© 2012 Christoph Graf von Pfeil — Die Möbel der Residenz Ansbach, 1999
