Pietra dura

Ital. harter Stein. Bezeichnung für die Einlegearbeit aus Mineralien, wie z.B. Achat, Jaspis, Lapislazuli, und verschiedenen Marmorsorten nach einer bildlichen oder ornamentalen Vorlage, die vor allem für dekorative Arbeiten, Wandverkleidungen und Tischplatten Verwendung fand. Im Gegensatz zur Stuckmarmorintarsie Scagliola) bleiben bei dieser Inkrustationstechnik zwischen den verschiedenen dünn gesägten Steinplättchen, die das Bildmotiv konstituieren, feine Fugen sichtbar. Pietra dura-Arbeiten, „commesse in pietre dure“, gibt es bereits in der Antike. Mitte des 16. Jahrhunderts treten sie wieder in Rom auf. Zentrum der vor allem in Italien gepflegten Kunsttechnik wurde die 1588 von Großherzog Ferdinand 1. von Medici (1549-1609) gegründete Florentiner Hofwerkstatt, das noch heute existierende „Opificio delle Pietre Dure“. Ein bedeutendes Zentrum war auch die Prager Hofwerkstatt unter Kaiser Rudolf 11. (1576-1612), in der die italienischen Steinschneider Cosimo und Giovanni Castrucci wirkten.