Italienische Bezeichnung für Stuckmarmorintarsie. Einlegearbeit aus verschiedenen, in der Masse gefärbten Stuckmarmorpasten, die entsprechend einer aufgepausten bildlichen oder ornamentalen Vorlage in einer 5 bis 15 mm dünnen Schicht in eine Grundschicht eingelegt werden, deren Träger ein Unterputz mit Lattengerüst ist. Die Stuckmarmormasse setzt sich aus Alabastergips, Erdfarben als Pigmenten und Leimwasser zusammen. Beliebt war auch das Beimischen echter Marmorsplitter. In 6 bis 8 Schleif- und Poliervorgängen erhält die Oberfläche, in der eine marmorähnliche Struktur angestrebt wird, das charakteristische glatte, fugenlose Erscheinungsbild und die Brillanz von echtem Marmor. Die Kunst der Scagliola, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nahezu gleichzeitig im norditalienischen Carpi und in Süddeutschland auftauchte, wurde wie die Pietra dura-Arbeiten für dekorative Zwecke, insbesondere Raumauskleidungen und Tischplatten, verwendet.
© 2012 Christoph Graf von Pfeil — Die Möbel der Residenz Ansbach, 1999
